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Pfarrei Saas-Fee

Die Kapelle Zur Hohen Stiege

Kurzfassung aus Echt sakral. Kirchen und Kapellen im Saastal

von Paul Martone und Erweiterung durch die Renovation von 2023

Die Entstehung dieser von P. Armin Breu so sehr gerühmten Kapelle ist von verschiedenen Legenden umrankt. So wird – wie bei anderen Wallfahrtskapellen auch – berichtet, dass die Werkzeuge, die man für den Bau der Kapelle bereitgelegt hatte, während der Nacht von unsichtbarer Hand an einen anderen Ort verlegt wurden, um so durch dieses himmlische Zeichen anzudeuten, dass die Kapelle am heutigen Standort und nicht in einer unterhalb gelegenen Mulde erbaut werden sollte.

So schmiegt sich die Kapelle Zur Hohen Stiege unter die Felsköpfe der Talflanke im Tal der Vispa.

Wie man der Jahreszahl, die an die Kapelle angebracht ist, entnehmen kann, wurde die Kapelle 1687 erbaut und 1747 durch eine grosse Vorhalle erweitert. Diese ist grösser als die eigentliche Kapelle und dient bei den Festgottesdiensten als Altarraum, da die Kapelle selbst immer wieder zu klein ist, um alle Gläubigen zu fassen.

Die Decke der Vorhalle ist durch ein spätgotisches Sternrippengewölbe verziert, tufffarbene Akanthusblüten schmücken den Scheitel, Engelsköpfe die Nebenäste der Geräte. Die Halle öffnet sich in drei Arkaden aus toskanischen Granitsäulen auf hohen Sockeln aus Gneis. Die Zierelemente der Säulen sind in den weicheren Giltstein gehauen. An der rechten Mauer ist ein weisser Kanzelkorb eingelassen.

Betreten wir nun die Kapelle, so stehen wir zuerst unter einer aus dem Jahre 1755 stammenden Empore, die durch verschiedene Blumen und Früchte verziert wird. Im Zentrum der Brüstung finden wir ein Brustbild der Heiligen Familie.

Dicht unter der Empore sehen wir in Holz geschnitzte menschliche Körperteile. Diese sind Zeichen von frommen Pilgern, die hier in dieser Kapelle Heilung und Erhörung gefunden haben. An der bergseiteigen Schiffswand hängen seit dem Jahre 2023, Anstelle des grossen Tafelbildes vom Jüngsten Gericht, des Johann Stephan Koller 1725, ExVotos aus dem Saaser-Museum.

Der Chor mit dem Hochalter wird durch ein weisses Gitter im Stil des frühen 19. Jahrhunderts vom Schiff getrennt.

Der Chor birgt sehr bemerkenswerte Ausstattungsstücke. Der Hochalter wurde im Zeitraum 1695-1709 errichtet. Die Zentralfigur stellt Maria dar, auf ihrem rechten Arm Jesus mit der Weltkugel tragend. Rechts und links wird die Muttergottes von Putten Engeln flankiert. Oberhalb dieser Statue erscheint im Sprenggiebel wiederum eine Muttergottesstatue, das ehemalige Gnadenbild.

Zwei Putten Engel halten über ihr eine grosse Krone, welche vielleicht zugleich der neuen Muttergottesfigur gilt, die, Ehrfurcht gebietend und liebreizend zugleich, mitten im Reigen der Putten steht. Auf den Seiten wird der Altar von zwei Weihrauch schwingenden Engeln abgeschlossen. Diese sind wohl späteren Datums, aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Über dem Altar hängt in einer runden Scheibe das Bild des Heiligen Geistes.

Im Chor finden wir zudem ein Gestühl mit buntfarbigen Motiven auf grünem Grund. Die Malereien an der Armlehne stellen Herzen Jesus (links) und Mariens (rechts) dar.

Auf der rechten Seite des Chores befindet sich ein von Anton Ruppen in Tuff gehauener Seitenaltar. Die Statuen, die ihn zieren, stellen (von unten nach oben) Maria, den auferstandenen Christus und im abschliessenden Sprenggiebel die Statuette des hl. Josef dar.

1956-1958 unterzog man die Kapelle samt ihrer Ausstattung einer durchgreifenden Restaurierung. 1982/83 erfolgte die Aussenrenovation unter der Leitung von Architekt David Casetti.

Die bislang letzte Renovation und Restaurierung innen wie aussen wurde in den Jahren 2023-2025 durchgeführt. Sie stand unter der Leitung von Architekt Damian Walliser, der Denkmalpflege, vertreten durch Herrn Klaus Troger und die Restaurierung der Altäre und Figuren im Atelier der Restauratorin Karolin Wirthner.

Wer von Saas-Grund zur Kapelle Zur Hohen Stiege hinaufsteigt, sollte dies betend und betrachtend tun, denn sein Weg führt ihn an den 15 Kapellchen vorbei, die die Geheimnisse des Rosenkranzes darstellen. Diese Kapellen wurden zwischen 1708 und 1711 erbaut. Der Talchronist Peter Joseph Ruppen berichtet darüber: «1709 wurden die kleinen Kapellelein, die 15 Geheimnisse des Psalters vorstellend, auf dem Weg zur hohen Stiege gebaut. Jede Haushaltung des Viertels Fee übernahm den Bau eines dieser Geheimniskapellchen, und ein besonderer Guttäter dieser frommen Unternehmung war Heinrich Andenmatten, nachher Bruder der Gesellschaft Jesu.»

Die Kapellen sind wie der Rosenkranz in drei Teile unterteilt: freudenreicher, glorreicher und schmerzhafter Rosenkranz. Sie sind inwendig in grossen Zügen auf dem noch feuchten Putz bemalt worden. Die feinere Ausmalung erfolgte nachher in Kalkmalerei. Leider ist weder bekannt, wer die Kapellen erbaut noch wer sie ausgemalt hat. Bei der letzten Renovation 1991/92 konnte jedoch festgestellt werde, dass sicher zwei Personen die Figuren geschnitzt haben und mindestens ein weiterer für die Bemalung verantwortlich war. Vom Originalputz ist nicht mehr viel vorhanden, am meisten noch in der Kapelle des 7. und 13. Geheimnisses.

Carl Zuckmayer beschreibt in seinem Werk «Als wär’s ein Stück von mir» seine erste Begegnung mit dem Kapellenweg wie folgt: «Es war ein alter Wallfahrtsweg, von vierzehn kleinen Steinkapellen gesäumt, deren jede, durch die weite Vorderöffnung sichtbar, eine Station aus dem Leidensweg des Heilandes darstellt, in holzgeschnitzten Gruppen aus dem siebzehnten Jahrhundert, Figuren von hart ausgeprägter, primitiver Realistik besonders was die Folterknechte, die Geissler, die Soldaten und Spötter anbelangt. In manchen dieser Gruppen ist Jesus klein wie ein Kind, während die Gestalten der Mächtigen, denen er sich unterworfen hat, fast überlebensgross erscheinen. Die Jungfrau Maria und Mutter ist immer von einer sanften bäuerlichen Schönheit.»

Viele schöne Bilder zu den Kapellchen und dem Weg finden Sie unter dem Link: https://www.saastalfreunde.de/index.htm

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